| Hein 2008 |
Entwicklungsländer nach 1945 Teil 8-1: Verschuldungskrise und Strukturanpassung - Neoliberalismus statt Neuer Weltwirtschaftsordnung. Erster Teil |
| Inhalt: |
Die Verschuldungskrise stellt die Folge des strukturellen Zahlungsbilanzproblems der Strategie binnenmarktorientierter Industrialisierung sowie der weltwirtschaftlichen Entwicklung der 1970er Jahre dar, die eine weitere Verschuldung zunächst erleichterte und dann durch einen raschen Anstieg des internationalen Zinsniveaus bestrafte. Die Strukturanpassungspolitik als Reaktion auf die Verschuldungskrise bildete den Hebel, um die Entwicklungsländer an die sich verändernde ökonomische Entwicklungsdynamik der Industrieländer anzupassen, d.h. in den Prozess einer post-fordistischen Globalisierung zu integrieren. Der sog. Washington Consensus fasst die zentralen Inhalte von Strukturanpassungsprogrammen zusammen. Die Zunahme wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit führt zu Forderungen nach „Strukturanpassung mit menschlichem Antlitz“ – eine Richtung, in die die internationalen Finanzinstituti-onen in den 1990er Jahren einschwenken. Der Film ist mit 3 PDF-Folien unterlegt. Das Skript umfasst 4 Seiten Text.
HINWEIS: Dies ist der ERSTE Teil der Vorlesung Teil 8: Verschuldungskrise und Strukturanpassung - Neoliberalismus statt Neuer Weltwirtschaftsordnung. |
| Skriptauszug: |
Interne Ursachen: Die Strategie der binnenmarktorientierten Modernisierung impliziert ein strukturelles Zahlungsbilanzproblem, solange es nicht gelingt, in größerem Umfang industrielle Exporte zu entwickeln: Das ISI-Modell ist abhängig vom Import von Maschinen, Halbfertigwaren und Rohstoffen, die im Land nicht vorhanden sind (häufig: Mineralöl); darüber hinaus wollen transnationale Konzerne häufig auch Gewinne wieder ins Mutterland des Konzern transferieren. Produziert wird jedoch für den Binnenmarkt, Devisenerlöse gibt es keine. Das Modell verlangt daher eine Expansion traditioneller Exporte, d.h. von mineralischen Rohstoffen und/oder Agrarprodukten. Angesichts der tendenziell fallenden Terms of Trade für Rohstoffe verlangt dies ständig wachsende Exportmengen, die den Fall der Terms of Trade verstärken. Ohne ein Wachstum industrieller Exporte führt dieses Modell notwendigerweise in eine Sackgasse, d.h. zwingt zur Beschaffung der notwendigen Devisen durch Kreditaufnahme, wodurch eine V... |
| Stichwörter: |
Verschuldungskrise Strukturanpassung Neoliberalismus Weltwirtschaftsordnung Verschuldungskrise Zahlungsbilanzproblem Industrialisierung Verschuldung Zinsniveau Strukturanpassungspolitik Verschuldungskrise Entwicklungsländer Entwicklungsdynamik Industrieländer post-fordistischen Globalisierung Washington Consensus Strukturanpassungsprogrammen Strukturanpassung Finanzinstitution Vortrag |
| Referent: |
PD Dr. Wolfgang Hein (Deutsches Übersee-Institut Hamburg) |
| Länge: |
11.19 Minuten |
| Format: |
RealMedia (RealNetworks RealOne Player) |
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Literaturhinweise: |
Elmar Altvater u.a. (Hg.), Die Armut der Nationen. Handbuch zur Schuldenkrise von Argentinien bis Zaire, Berlin 1987 |
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World Bank, The East Asian Miracle |
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Joachim Betz, „Wandel der entwicklungspolitischen Institutionen und die Rolle internationaler Finanzinstitutionen“, in: Wolfgang Hein (Hg.), Umbruch in der Weltgesellschaft, Hamburg 1994, S.421-442 |
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Ulrich Menzel, Geschichte der Entwicklungstheorie. Einführung und systematische Bibliographie, Hamburg 1995 (3. Nochmals überarbeitete und erweiterte Aufl.) |
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Peripherie, Heft 65/66, 1997, Schwerpunkt: Die Entwicklungstheorie ist tot – Es lebe die Theorie globaler Entwicklung! (hierin vor allem: Fachübersicht: Von der Theorie der Unterentwicklung zur Theorie globaler Vergesellschaftung, S.81-108) |
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Reinhart Kößler, Entwicklung (Einstiege, Nr.3), Münster 1998 |
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