| Hein 2008 |
Entwicklungsländer nach 1945 Teil 6: Nord-Süd-Konflikt der 1970er Jahre - Höhepunkt des Selbstbewusstseins der Dritten Welt |
| Inhalt: |
Seit Ende der 1960er Jahre verstärkte sich das Bewusstsein der Entwicklungsländer, dass sie nur durch auf der Basis eigenständiger Politik (Blockfreienbewegung, UNCTAD/ Gruppe der 77, Rohstoffkartelle) und einer „Neuen Weltwirtschaftsord-nung“ (NWWO) wirtschaftliche und soziale Fortschritte erzielen könnten. In einer Vielzahl internationaler Konferenzen gelang es ihnen im Verlaufe der 1970er Jahre – auch angesichts der ersten Krise der Nachkriegsentwicklung in den Industrieländern (Weltwährungssystem, Ölpreise, Vietnamkrieg) – erhebliche Zugeständnisse zu erzie-len. Der Brandt-Bericht bringt eine Bereitschaft des Nordens zu Kompromissen zum Ausdruck, doch führt die Verschuldungskrise Anfang der 1980er Jahre schließlich zur Durchsetzung neoliberaler Ideen. Das Konzept einer politische ausgehandelten NWWO bleibt eine Episode.
Der Film ist mit 6 PDF-Folien unterlegt. Das Skript umfasst 8 Seiten Text. |
| Skriptauszug: |
Die Dependenztheorie (Vorlesung 5) war Ausdruck eines gewachsenen Selbstbewusstsein der Entwicklungsländer – es handelte sich um einen eigenständigen theoretischen Ansatz alternativer Eliten der Entwicklungsländer, der forderte, dass diese ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssten und sich aus der Abhängigkeit von den IL befreien müssten. Es war offensichtlich: Das Erlangen der politischen Unabhängigkeit reichte nicht aus, um mit ein wenig Unterstützung in Form von Entwicklungshilfe, Investitionen usw. den Vorsprung der Industrieländer rasch aufholen zu können, vielmehr war eine gezielte Veränderung von Strukturen unabdingbar. Dabei konnten die Entwicklungsländern immerhin auf einigen institutionellen Entwicklungen in den 1950er und 60er Jahren aufbauen, wie der Bewegung der Blockfreien, der UNCTAD und ersten Rohstoffkartellen.
So entstand schließlich das umfassende Programm einer „Neuen Weltwirtschaftsordnung“, das immer mehr zur Grundlage des sog. Nord-Süd-Dialogs ... |
| Stichwörter: |
Nord-Süd-Konflikt Dritte Welt Entwicklungsländer Blockfreienbewegung UNCTAD Gruppe der 77 Rohstoffkartelle NWWO Weltwährungssystem Ölpreise Vietnamkrieg Brandt-Bericht Verschuldungskrise Vortrag |
| Referent: |
PD Dr. Wolfgang Hein (Deutsches Übersee-Institut Hamburg) |
| Länge: |
21.06 Minuten |
| Format: |
RealMedia (RealNetworks RealOne Player) |
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| Empfehlungen: |
Entwicklungsländer nach 1945 Teil 7: Krise des Fordismus und die Grundlagen postfordistischer Globalisierung
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Literaturhinweise: |
Khushi M. Khan, Nord-Süd-Dialog: Ende oder Wende, Hamburg 1989 (mit Dokumenten der wichtigsten Konferenzen |
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Volker Matthies (Hg.), Süd-Süd-Beziehungen. Zur Kommunikation, Kooperation und Solidarität zwischen Entwicklungsländern, München 1982 |
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David Landes, The Wealth and Poverty of Nations. Why Some Are So Rich and Some So Poor, London 1998 |
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Nord-Süd-Kommission (Brandt-Kommission), Das Überleben sichern, Köln 1980 |
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Wolfgang Hein, Unterentwicklung. Krise der Peripherie, Opladen 1998 |
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Eric J. Hobsbawm, The Age of Extremes. The Short Twentieth Century 1914-1991, London 1995 (auch deutsch: Das Zeitalter der Extreme, München 1998) |
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